Stellungnahme zum antisemitischen Terroranschlag auf die Chanukah-Feier am Bondi Beach, Sydney, Australien

(Stand 14. Dezember 2025)

Mit Entsetzen und tiefer Bestürzung nahmen wir den antisemitischen Terroranschlag auf die Chanukah-Feier in Bondi Beach bei Sydney zur Kenntnis. Es wurden 15 Menschen ermordet und zahlreiche weitere verletzt.

Gegen 18:45 Uhr Ortszeit eröffneten zwei mit Gewehren bewaffnete Täter das Feuer auf rund 2.000 Menschen, die sich zum Entzünden der ersten Kerze der Chanukiah am Strand versammelt hatten. Mindestens zehn Besucher:innen der Veranstaltung wurden dabei getötet, darunter Kinder sowie ein Rabbiner. Beim anschließenden Polizeieinsatz kamen zudem ein Polizeibeamter und einer der Täter ums Leben. Der zweite Täter wurde festgenommen, nachdem ein Zivilist ihn durch mutiges Eingreifen entwaffnen konnte. Am Tatort wurde außerdem ein selbstgebauter Sprengkörper gefunden.

Wir trauern um die Ermordeten. Unsere Gedanken sind bei ihren Angehörigen sowie bei den Verletzten und Traumatisierten.

Die australischen Behörden behandeln den Angriff als Terroranschlag, der gezielt gegen die Veranstaltung »Chanukah by the Sea« gerichtet war. Er steht in einer Reihe mit Dutzenden antisemitischen Anschlägen und Gewalttaten in den vergangenen zwei Jahren, darunter Brandanschläge auf Synagogen in Melbourne (Dezember 2024 und Juli 2025) sowie auf einen jüdischen Kindergarten in Sydney (Januar 2025). Er folgt auf den Terroranschlag in Manchester an Yom Kippur 2025 ebenso wie auf den antisemitischen Doppelmord in Washington im Mai dieses Jahres. Damit setzt er die Kontinuität eines genozidalen antisemitischen Terrors fort, bei dem jüdische Feiertage und religiöses Leben bereits lange vor dem 7. Oktober 2023 immer wieder gezielt zum Ziel von Anschlägen gemacht wurden.

Vor allem aber muss dieser Anschlag im Kontext einer weltweit zunehmend radikalisierten antisemitischen Rhetorik und der fortschreitenden Normalisierung insbesondere israelbezogener Formen genozidalen Judenhasses gesehen werden. Diese zielen darauf ab, jüdisches Leben weltweit zu delegitimieren, zu verdrängen und letztlich unmöglich zu machen. Die zunehmenden extremen antisemitischen Gewalttaten sind das Resultat eines umfassenden gesellschaftlichen und politischen Bankrotts im Umgang mit Antisemitismus. Statt ihn als reale und tödliche Gefahr ernst zu nehmen und allen gesellschaftlichen Akteur:innen ohne Ausnahme Verantwortung abzuverlangen, werden die Sorgen von Jüdinnen:Juden relativiert, politisch instrumentalisiert oder offen missachtet.

Wie wir bereits nach dem Anschlag in Manchester festhalten mussten: Ein Ende dieser Eskalation ist nicht absehbar.

Wir stehen solidarisch an der Seite der Betroffenen und der jüdischen Gemeinschaft. Antisemitischer Terror darf nicht spalten – jüdisches Leben muss geschützt und gemeinsam verteidigt werden.