Stellungnahme: Solidarität mit der Gedenk- und Bildungsstätte Buchenwald

In den vergangenen Tagen wurden Mitarbeitende der Gedenkstätte Buchenwald Ziel massiver digitaler Angriffe. Im Zuge einer gezielten Kampagne wurden Kontaktdaten veröffentlicht, Mitarbeitende diffamiert, bedroht und zum Teil mit dem Tod bedroht – eine Form digitaler Gewalt, die wir aufs Schärfste verurteilen.

Auslöser der Angriffe ist die Veröffentlichung eines internen Dokuments der Gedenkstätte im Internet – einer Handreichung, die nie für die Öffentlichkeit bestimmt war. Sie sollte ausschließlich Mitarbeitenden der Bildungsarbeit und der Sicherheit dienen, um auf wiederkehrende Instrumentalisierungsversuche durch rechtsextreme oder anderweitig extremistisch motivierte Besucher:innen angemessen reagieren zu können. Die Handreichung enthält auch Hinweise auf Symboliken, die aus antiisraelischen Kontexten stammen und in der Vergangenheit in Gedenkstätten gezielt eingesetzt wurden. Einzelne Formulierungen des internen Dokuments mögen missverständlich oder ungenau sein, ihre Veröffentlichung und das irreführende Framing jedoch verfolgen offenbar das Ziel, die Arbeit der Gedenkstätte zu delegitimieren und Mitarbeitende zu gefährden.

Die gegenwärtige Kampagne reiht sich ein in eine besorgniserregende Dynamik: In den vergangenen Monaten wurden Desinformationen wiederholt genutzt, um öffentliche Debatten zu polarisieren, gezielt Feindbilder zu erzeugen und rechtsextreme oder antisemitische Narrative anschlussfähig zu machen. Die Dehumanisierung von Einzelpersonen, die gezielte Verzerrung von Kontexten und die Erosion rechtsstaatlicher Normen sind direkte Folgen dieser Rhetoriken und Strategien.

OFEK erklärt sich solidarisch mit der Gedenkstätte Buchenwald und ihren Mitarbeitenden.
Die Arbeit von Gedenkstätten ist heute so notwendig wie verletzlich. Sie verdient Schutz, Anerkennung und politische wie zivilgesellschaftliche Unterstützung, gerade dann, wenn sie unter Beschuss gerät.