Vier Jahre seit der vollflächigen Invasion der Ukraine
(Stand 24. Februar 2026)
Im Januar erreichte die vollflächige Invasion der Ukraine durch Russland eine neue, für beide Länder historisch bedeutende Marke: Die Dauer dieses offenen Krieges hat die des Kampfes der Sowjetunion gegen die NS-Invasion übertroffen: 1.418 Tage. Heute sind es 1.461 Tage, vier Jahre – eine Epoche.
Für viele außerhalb der Ukraine genug Zeit, sich an den Krieg gewöhnt zu haben, ihn durch ständig neue Krisen überlagert zu sehen. Ihre Kriegsmüdigkeit solle, so die Haltung, von den Angegriffenen gelindert werden: Ukraine möge endlich den Widerstand aufgeben, so die Haltung. Eine Täter-Opfer-Umkehr, die den Krieg schon seit seinem eigentlichen Beginn, der Annektion der Krim Ende Februar 2014, begleitet und durch jahrelange Desinformation und Propaganda immer lauter wird.
Von historischer Verantwortung gegenüber Russland ist die Rede – als hätte nur Russland unter den 1.418 Tagen NS-Vernichtungskrieg gelitten, als wären nicht zahlreiche NS-Gräueltaten auf ukrainischem Boden verübt worden: Babyn Jar, Odessa, Kamjanez-Podilskyj… Als ließe sich Russlands erklärtes Ziel, ukrainische Staatlichkeit und kulturelle Eigenständigkeit zu zerstören, anders denn als genozidal begreifen. Als griffe Russland nicht gezielt zivile Bevölkerung und Infrastruktur an, als wäre Terror keine zentrale Waffe dieser Kriegsführung.
Ukrainischen Angaben zufolge wurden über 30.000 Zivilist:innen ermordet, bis zu 30.000 weitere verschleppt. Wo Russland vorrückt und nicht durch Heldentaten aufgehalten werden kann, drohen Repressionen und Gewalt bis hin zu Massakern wie in Butscha. In dieses Schicksal würden manche hierzulande Tausende ukrainische Geflüchtete allzu gerne schicken.
Auch vier Jahre später können wir uns daran nicht gewöhnen, nicht an die Ungerechtigkeit des russischen Angriffskriegs und nicht an die Forderung, den Kampf um Freiheit und Demokratie einzustellen. Auch vier Jahre später sind wir mit der ukrainischen Gesellschaft und den ukrainischen Geflüchteten in Deutschland solidarisch und trauern um die Opfer der russischen Vernichtungsmaschinerie.
Auch vier Jahre später hoffen wir auf ein Leben in Frieden, Sicherheit und Demokratie für alle.

