Leseempfehlung: „Berlins Straßen sind unsicherer für Jüdinnen und Juden“ – Artikel in der Berliner Morgenpost  

Unsere heutige Leseempfehlung gilt dem Porträt unseres Berliner Beratungsstandorts, das vor Kurzem in der Berliner Morgenpost unter dem Titel „Berlins Straßen sind unsicherer für Jüdinnen und Juden“ erschienen ist. Der Artikel von Gabriella Valaczkay ist auch auf Englisch erschienen. 

Valaczkay knüpft in ihrem Text an das Lagebild der jüdischen Gemeinden in Deutschland, das der Zentralrat der Juden in Deutschland vor Kurzem veröffentlicht hat. Der Bericht des Zentralrats macht eine bedrohliche Dynamik sichtbar, die auch OFEK-Geschäftsführerin Marina Chernivsky eindringlich beschreibt: Für Jüdinnen:Juden ist der soziale Ausnahmezustand seit dem 7. Oktober zu einer bitteren „neuen Normalität“ im Alltag geworden. Chernivsky betont, wie nachhaltigdieses ständige Wissen um das Potenzial der Bedrohung die Gewohnheiten prägt und das Zeitempfinden sowie die Lebensrealität der Betroffenen tiefgreifend verändert. Ob auf der Straße, in der Bahn oder an den Universitäten: Die permanente Abwägung von Risiken bestimmt jeden Schritt. Es wird deutlich, dass Antisemitismus kein theoretisches Randphänomen ist, sondern zu einer psychisch und physisch spürbaren Belastung inmitten der Gesellschaft geworden ist. 

Wie akut diese Bedrohungslage ist, unterstreicht auch der Ende Mai erschienene Jahresbericht von RIAS Berlin. Die dort dokumentierten Zahlen untermauern die Wahrnehmungen aus der Berliner jüdischen Community. Die Zahl antisemitischer Vorfälle, die RIAS Berlin dokumentiert, verharrt seit den geopolitischen Eskalationen auf einem besorgniserregend hohen Niveau.  

Das OFEK Berlin-Porträt von Valaczkay bietet somit nicht nur eine rüttelnde Dokumentation der Missstände, sondern auch einen unmissverständlichen Appell an uns alle, im Alltag Haltung zu zeigen und Betroffene nicht allein zu lassen.  

Den vollständigen Artikel (auf Deutsch und Englisch) finden Sie hier bzw. hier.