Stellungnahme zum Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal

(veröffentlicht am 18.09.2026)

Der gestrige Brandanschlag auf die Bergische Synagoge in Wuppertal, wenige Tage vor Yom Kippur, ist ein erneuter Angriff auf jüdisches Leben in Deutschland. Dass nach bisherigen Informationen niemand verletzt wurde, mindert nicht die Schwere der Tat.

Ob der Zeitpunkt bewusst gewählt wurde, müssen die Ermittlungen klären. In seiner Wirkung schreibt sich der Anschlag jedoch in eine historische Spur ein: Immer wieder richtet sich antisemitische Gewalt vor oder während jüdischer Feiertage gegen Synagogen und jüdische Gemeinden – gerade dann, wenn Menschen zusammenkommen, ihre Religion leben und jüdisches Leben besonders sichtbar wird. Der Anschlag in Halle an Yom Kippur 2019 hat die mögliche Tragweite dieser gezielten Bedrohung deutlich gemacht. International steht der letztjährige Anschlag auf die Heaton Park Synagoge bei Manchester im selben Zusammenhang.

Solche Angriffe richten sich nicht allein gegen Gebäude oder einzelne Gemeinden. Sie tragen eine Botschaft an Jüdinnen und Juden: Selbst an den wichtigsten Tagen sollt ihr euch nicht sicher fühlen und nicht selbstverständlich zusammenkommen können. Dass die Wuppertaler Synagoge bereits 2014 Ziel eines Brandanschlags war, verschärft diese Erfahrung.

Unsere Gedanken sind bei der Jüdischen Gemeinde Wuppertal und bei allen Menschen, die sich durch diese Tat erneut bedroht sehen. Es braucht konsequente Strafverfolgung, verlässlichen Schutz und eine klare gesellschaftliche Einordnung. Jüdisches Leben darf nicht darauf reduziert werden, unter Polizeischutz stattfinden zu müssen.