Jahresbericht der Antidiskriminierungsstellen Sachsen-Anhalt 2024
Am 23. Juni 2025 wurde der Jahresbericht der Antidiskriminierungsberatungsstellen Sachsen-Anhalt 2024 vorgestellt – unsere heutige Leseempfehlung. Der Bericht, der in der Kooperation zwischen der Beratungsstelle gegen Alltagsrassismus und Diskriminierung Entknoten und der Antidiskriminierungsberatung Anhalt (LAMSA e.V.), der Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung OFEK Sachsen-Anhalt und der Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt entstand, zeigt erneut deutlich, dass Diskriminierung in vielfältigen Formen auftritt und tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert ist.
Zählt man die Vorfälle aller vier Beratungsstellen zusammen, wurden in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr 269 Vorfälle von Diskriminierung bearbeitet. Von einer hohen Dunkelziffer muss ausgegangen werden, denn: Im ländlichen Raum existiert bisher kein flächendeckendes Angebot an Beratungs- und Meldestellen. Die dokumentierten Fälle repräsentieren somit nicht die tatsächlichen Bedarfe an Beratung und Unterstützung von Diskriminierung betroffenen Personen in Sachsen-Anhalt.
Der Beratungsstandort OFEK Sachsen-Anhalt hat im Jahr 2024 35 Ratsuchende beraten und begleitet. Hinter dieser Zahl stehen, wie auch bei allen anderen Vorfällen von Diskriminierung, Lebensrealitäten von Menschen, ihre sozialen Erfahrungen, Abwägungen, Sicherheitsbedenken und Bewältigungsstrategien. Diese oft als „Einzelfälle“ abgetanen Vorfälle, sind für die Betroffenen Kontinuitäten, die ihren Alltag prägen.
Gerade in einer Zeit in der die gesellschaftliche Polarisierung stark zunimmt, ist es von großer Bedeutung demokratische Werte zu stärken und sowohl Vielfalt als auch Akzeptanz zu fördern. Die Arbeit der Beratungsstellen führt dazu, dass zumindest ein Teil der Betroffenen in Sachsen-Anhalt mit ihren Erfahrungen nicht allein gelassen werden und ihre Rechte aktiv wahrnehmen können.

