Leseempfehlung: Das große Schweigen
Eine unserer Leseempfehlungen ist der Artikel „Das große Schweigen“ von Nina Schmedding (KNA), der am 3. Juli auf meine-kirchenzeitung.de erschienen ist.
Der Artikel widmet sich dem starken Anstieg antisemitischer Vorfälle in Deutschland in den letzten 20 Monaten, den damit einhergehenden Einbußen der Sicherheit von Jüdinnen:Juden in Deutschland und den psychologischen Auswirkungen auf die Community. Zu Wort kommt neben der Rabbinerin Jasmin Andriani und einem jüdischen Berliner, der vergangenen Monat mit einem Messer bedroht und antisemitisch beschimpft wurde und die Psychologin und Geschäftsführerin von OFEK e.V. Marina Chernivsky.
8.600 antisemitische Vorfälle wurden 2024 den RIAS-Meldestellen gemeldet – ein Anstieg von fast 77 Prozent. An Universitäten und Hochschulen hat sich die Zahl der Fälle sogar verdreifacht. Nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg in Gaza ist der Antisemitismus auf den Straßen Berlins unübersehbar geworden.
Jüdische Eltern stehen immer häufiger vor dem Dilemma, ihre Kinder unbefangen mit ihrer jüdischen Identität aufwachsen zu lassen und trotzdem ihre Sicherheit zu gewährleisten. Viele Kinder gehen deshalb in jüdische Bildungseinrichtungen, wachsen dort allerdings in einer Art „jüdischen Bubble“ auf.
Rabbinerin Andriani wünscht sich eigentlich das Gegenteil – mehr Normalität: „Es wäre schön, wenn wir hier in Deutschland mehr wären, wenn es einfach normal wäre, auf der Straße einen Juden mit Kippa zu sehen. Dann würden die Leute den einen, den sie mal sehen, nicht so befremdlich angucken.“
Doch die Sorgen vieler Jüdinnen:Juden werden von der Mehrheitsgesellschaft oft nicht verstanden – nicht in der Schule, nicht an der Uni und auch nicht am Arbeitsplatz, erklärt Chernivsky. Jüdinnen:Juden in Deutschland begleitet immer mehr das Gefühl, wachsam sein zu müssen, berichtet sie. Denn die Polizei könne zwar Synagogen schützen, doch nicht den Alltag der Menschen. Und dieses veränderte Klima spüren alle Jüdinnen:Juden – auch jene, die selbst noch keinen Übergriff erlebt haben. Das vorherrschende Gefühl sei: „Als Juden sind wir alle gemeint.“
Nachzulesen ist der Beitrag unter dem Link.

