Rückblick: Bundesweite KOVA Tagung
Am 9. September fand in der Alten Synagoge Essen die bundesweite KOVA-Fachtagung „Historische Verantwortung und gesellschaftliche Relevanz – Die Auseinandersetzung mit Antisemitismus an Gedenkstätten und Erinnerungsorten“ statt.
Die Tagung brachte Akteur:innen aus Gedenkstättenarbeit, Wissenschaft, Bildungsarbeit, Beratung und Zivilgesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gedenkstätten und Erinnerungsorte gegenwärtigen Erscheinungsformen von Antisemitismus begegnen können und welche fachlichen Standards es dafür braucht.
In einem gemeinsamen Workshop von OFEK und KOAS zu den „Qualitätsmerkmalen antisemitismuskritischer Bildung und Beratung“ arbeiteten Lea Güse und Sophie Brüss mit den Teilnehmenden zu zentralen Fragen antisemitismuskritischer Professionalität. Im Fokus standen unter anderem die konsequente Einbeziehung jüdischer Perspektiven, die Bedeutung von Selbstreflexion und von Fachwissen sowie die Frage der Haltung.
Gerade für Gedenkstätten und Erinnerungsorte ist diese Auseinandersetzung zentral. Die Beschäftigung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der Shoah allein gewährleistet noch keinen sicheren Umgang mit gegenwärtigem Antisemitismus. Dafür braucht es fachliche Einordnung, die Reflexion der eigenen institutionellen Praxis und die Bereitschaft, jüdische Perspektiven und Erfahrungen ernst zu nehmen.
Vielen Dank an KOVA, KOAS, dem Anne-Frank-Zentrum in Berlin, der Alten Synagoge Essen und alle Beteiligten für den intensiven fachlichen Austausch und die Vernetzung in Essen.

