Open Arts Hub Fachtag „Antisemitismuskritik in Kunst & Kultur: Herausforderungen, Ansätze, Vernetzung“: Programm

Am 2. September 2026 findet in Berlin der 2. Fachtag des Open Arts Hub statt!
Das Treffen schafft auch in diesem Jahr Raum für Vernetzung, Austausch und Stärkung von Handlungsstrategien im Umgang mit Antisemitismus in Kunst und Kultur.

In Panels, Vorträgen, Workshops und Gesprächen soll Expertise geteilt und Wissen darüber ausgetauscht werden, wie antisemitismusbezogenen Vorfällen wirksam und nachhaltig begegnet werden kann. Außerdem steht im Fokus, welche Bedingungen es braucht, um antisemitismuskritisches Arbeiten in Kunst und Kultur zu gewährleisten und strukturell zu verankern.

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist hier möglich.

PROGRAMM für den Fachtag am 02. September 2026

Tagesmoderation: Mia Alvizuri Sommerfeld

10.00 Uhr      Gemeinsame Begrüßung des OAH mit Kurzstatements von
Marina Chernivsky (OFEK), Stella Leder (INSP), Tirza Seene & Katharina Müller (MBR), Julia Kopp (RIAS)

10.30 Uhr     Performance „Hey Jude, (don’t) be afraid“ zu Antisemitismus nach dem 7. Oktober 2023
Von Aviran Edri, Konstantin Frank, Lisa Ullrich 
Mit Aviran Edri, Konstantin Frank, Deborah Schneidermann

11.15 Uhr     Input-Vortrag: Politische Allianz im künstlerischen Feld
Von Ana Hoffner ex-Prvulovic* 
Soziale Bewegungen spielen in der Kunst- und Kulturproduktion eine wichtige Rolle, nicht zuletzt weil das Verständnis des Politischen im künstlerischen Feld oft aus dem Aktivismus geschöpft wird. Vor welchen Herausforderungen steht die kritische Allianzbildung marginalisierter Positionen, wenn der gemeinsame Nenner künstlerisch-politischer Arbeit zunehmend die Verharmlosung von Antisemitismus, die Normalisierung von Antizionismus als Hassbewegung und die Ablehnung Israels als Staat für Jüdinnen:Juden zu sein scheint? Wie können und müssen in diesem Zusammenhang marginalisierte Allianzbewegungen neu und kritisch gedacht werden? 

11.45 Uhr      Kaffeepause 

12.15 Uhr      Panel: „Theorie – Praxis – Institution: Worüber sprechen wir, wenn wir über Antisemitismus in Kunst und Kultur reden?“ 
Mit Tom Uhlig (Hochschule RheinMain und Autor „Antisemitismus definieren. Anleitung zur Abgrenzung“); Deborah Hartmann (Direktorin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz); Jenz Balzer(Kulturjournalist, neues Buch „Erlösung“), Alexander Riemenschneider (Intendanz Theater an der Parkaue, Berlin) 

Moderation: Eva Marburg  

13.30 Uhr Mittagspause (Foyer) mit Art Fair
Berliner Interessenverbände und Kulturberatungsstellen stellen sich an Tischen vor 
Mit: Dagesh, Themis, Musicboard, Anne Frank Zentrum sowie den Trägern des OAH 

14.30 Uhr      WORKSHOPBLOCK

Workshop I – Antisemitische Vorfälle im Kunst- und Kulturbereich: Dynamiken und Handlungsmöglichkeiten 
(OFEK + RIAS Berlin)
Wie manifestiert sich Antisemitismus im Kunst- und Kulturbereich? Welche Dynamiken lassen sich erkennen? Was bedeutet es für Betroffene, einen antisemitischen Vorfall zu erleben und zu melden? Und welche Handlungsmöglichkeiten ergeben sich daraus –
für Betroffene ebenso wie für Kunst- und Kulturinstitutionen?

Der Workshop gibt Einblicke in antisemitische Vorfälle im Kunst- und Kulturbereich und beleuchtet diese aus zwei sich ergänzenden Perspektiven: RIAS Berlin stellt Erkenntnisse aus der Dokumentation antisemitischer Vorfälle vor und zeigt typische Erscheinungsformen, Kontexte und Dynamiken. OFEK Berlin richtet den Blick auf die Auswirkungen antisemitischer Vorfälle und die daran anknüpfende Beratungspraxis. Im Mittelpunkt stehen die Unterstützungsbedarfe von Betroffenen sowie Interventions- und Handlungsmöglichkeiten für Betroffene und Kunst- und Kulturinstitutionen. Die Veranstaltung vermittelt praxisnahe Einblicke in wiederkehrende Fallkonstellationen, sensibilisiert für die Folgen antisemitischer Vorfälle und zeigt auf, wie durch Dokumentation, Beratung und institutionelles Handeln angemessen und wirksam auf Antisemitismus reagiert werden kann.

Mit: Marina Chernivsky (OFEK) & Julia Kopp (RIAS Berlin)

WORKSHOP II – Umgang mit Störung und Boykott (MBR) 
SIND SIE SICHER? Wie störungsarme (Kultur-)Veranstaltungen gelingen können

Störungen von Rechtsextremen oder aus dem Bereich des israelfeindlichen Aktivismus nehmen zu. Organisator_innen von Ausstellungen und Veranstaltungen stehen vor der Aufgabe, angemessen auf rechtsextreme oder antisemitische Äußerungen zu reagieren und sich sicher zu positionieren. Die MBR gibt in dem Workshop einen Einblick in die damit verbundenen Herausforderungen, zeigt gelungene Beispiele aus der Praxis und vermittelt erprobte Ansätze, die die Teilnehmenden darin unterstützen, Handlungssicherheit zu gewinnen und konkrete Abläufe für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen zu entwickeln. Eine gemeinsame Herangehensweise zu entwickeln, ist insbesondere in polarisierten Debatten für Kultureinrichtungen der Schlüssel zum souveränen Handeln.

Mit Matthias Müller & Tirza Seene (MBR)

WORKSHOP III – Gerücht und Gewalt: Antisemitismus in der Kunst (Institut für Neue Soziale Plastik)
Die Künste sind seit jeher ein nicht zu unterschätzender Wissens- und Transformationsspeicher für antisemitische Narrative, Bildwelten und Motive. Bleiben diese in der kulturellen Produktion und Praxis unterhinterfragt oder unerkannt, führt dies zu einer kontinuierlichen Weitergabe dieser antisemitischen Weltbilder. Deshalb bedarf es im Kunst- und Kulturbereich vor allem einer kompetenten antisemitismuskritischen Praxis. Der Workshop zeigt anhand von Beispielen das Prinzip des antisemitischen „kulturellen Recyclings“ auf und fragt, was das für eine kritische künstlerische Praxis in den unterschiedlichen Künsten, wie Bühne, Literatur und Theater bedeutet. 

Mit: Eva Marburg (Institut für Neue Soziale Plastik) & Tom Uhlig


WORKSHOPGESPRÄCH IV – Vertreter:innen der Interessensverbände & Beratungsstellen diskutieren über ihre Arbeit

Jana Rosenfeld (Anne Frank Zentrum), Yana Lemberska (Dagesh), Marie von der Heydt (Musicboard) und
Marina Fischer (Themis)   

Moderation: Stella Leder (Institut für Neue Soziale Plastik)

16.30 Uhr     Kaffeepause 

17.00 Uhr      Tagungsfazit – Wie weiter? Publikumsgespräch
Mit den Vertreter:innen der OAH-Träger: Marina Chernivsky (OFEK), Stella Leder (Institut für Neue Soziale Plastik), Tirza Seene & Katharina Müller (MBR), Julia Kopp (RIAS Berlin)

Moderation: Eva Marburg 

18.00 Uhr      Tagungsende