Rückblick: Fachgespräch „Antisemitismus an Schulen – Leerstellen, Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen“
(Stand 3. März 2026)
Am vergangenen Donnerstag fand in den Räumen der Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg das Fachgespräch „Antisemitismus an Schulen – Leerstellen, Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen“ statt. Die Veranstaltung, eine Kooperation von OFEK Sachsen-Anhalt, RIAS Sachsen-Anhalt und dem Kompetenzzentrum Antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) mit der Unterstützung des Ansprechpartners für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus, widmete sich der dringenden Frage, wie Antisemitismus im schulischen Alltag begegnet werden kann.
Das Lagebild der Meldestelle RIAS Sachsen-Anhalt und Berichte aus der Beratungsarbeit des OFEK-Standorts im Land zeigten deutlich, wie antisemitische Vorfälle auch in Sachsen-Anhalt als fest verankerte soziale Praxis die schulische Wirklichkeit prägen. Die Notwendigkeit eines durchdachten Vorgehens zum Schutz der Betroffenen sowie der Implementierung klarer Qualitätsmerkmale für eine antisemitismuskritische Bildung rückte im Vortrag von OFEK-Geschäftsführerin und KOAS-Leiterin Marina Chernivsky ebenso in den Fokus wie die historischen Leerstellen bei der Thematisierung von Antisemitismus im Bildungskontext. In den Diskussionen wurde auch die verbreitete Verunsicherung vieler Lehrkräfte thematisiert, die nicht nur die Frage nach der richtigen pädagogischen Intervention, sondern auch die institutionelle Verantwortung betrifft. Beim Plenumsgespräch diskutierten Vertreter:innen der Synagogen-Gemeinde, des Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt (Du bist Politik) und von KOAS über Herausforderungen in diesem Kontext, aber auch über Errungenschaften der vergangenen Jahre.
Das Fachgespräch unterstrich die Notwendigkeit, historisches Wissen enger mit gesellschaftlicher Analyse zu verknüpfen und antisemitismuskritische Perspektiven dauerhaft in der Schulstruktur zu verankern, um Lehrkräften und Institutionen langfristige Handlungssicherheit zu geben.

