Stellungnahme zum Anschlag auf die Beith-Jaakov Synagoge in Gießen

(Stand 15. Januar 2026)

Am Dienstagabend, dem 13. Januar 2026, wurde die Beith-Jaakov-Synagoge in Gießen Ziel eines antisemitischen Angriffs. Ein Mann setzte Altpapiercontainer in unmittelbarer Nähe des Gebäudes in Brand. Dabei entstanden Schäden im Eingangsbereich der Synagoge. Der Täter zeigte während der Tat eine nationalsozialistische Geste und wurde noch vor Ort festgenommen.
Verletzt wurde niemand.

Der Angriff in Gießen steht exemplarisch für eine anhaltende Welle antisemitischer Gewalt gegen jüdische Einrichtungen in Deutschland und international.

Nur wenige Tage zuvor, am 10. Januar 2026, wurde die Synagoge der Gemeinde »Beth Israel« in Jackson, Mississippi, bei einem Brandanschlag schwer beschädigt. Teile des Gebäudes sowie mehrere Tora-Rollen wurden zerstört. Auch dort blieb es glücklicherweise bei Sachschäden.

Die zeitliche Nähe dieser Taten macht deutlich, dass antisemitische Angriffe auf Synagogen kein lokales oder isoliertes Phänomen sind, sondern Ausdruck einer globalen Bedrohung jüdischen Lebens.
Synagogen sind Orte des Gebets, der Gemeinschaft und der Sicherheit. Wer sie angreift, greift jüdisches Leben insgesamt an.

Der Brandanschlag in Gießen stellt einen gezielten und eindeutigen Angriff auf jüdisches Leben dar. Die offen zur Schau gestellte nationalsozialistische Symbolik macht die antisemitische Motivation der Tat unmissverständlich deutlich.

Solche Angriffe wirken bei Betroffenen und in jüdischen Gemeinden weit über den konkreten Tatort hinaus. Sie führen zu Verunsicherung, Angst und einer erhöhten Wachsamkeit im Alltag, auch dann, wenn niemand körperlich verletzt wurde. Antisemitische Gewalt zielt darauf ab, jüdisches Leben einzuschüchtern und aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen.

Dem entschieden entgegenzutreten ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Antisemitische Taten müssen klar benannt und konsequent verfolgt, jüdische Einrichtungen wirksam geschützt werden. Die Sicherheit, Sichtbarkeit und Selbstverständlichkeit jüdischen Lebens dürfen niemals infrage gestellt werden.

Wir stehen solidarisch an der Seite der jüdischen Gemeinde Gießen.