Stellungnahme zum Jahresbericht von RIAS Hessen für 2025
(veröffentlicht am 20.05.2026)
Der heute erschienene Jahresbericht von RIAS Hessen zeigt erneut einen Anstieg antisemitischer Vorfälle in Hessen: Insgesamt 1.099 Vorfälle wurden 2025 dokumentiert, beinahe 19 % als im Vorjahr (926). Hierunter sind 27 physische Angriffe auf Personen und 58 auf das Eigentum jüdischer Institutionen oder Einzelpersonen bzw. auf Gedenkorte – zusammen mit 41 Bedrohungen und zahlreichen sonstigen Fällen verbaler und digitaler Gewalt ein alarmierendes Zeugnis der Alltäglichkeit des Antisemitismus im Bundesland.
Wie schon 2024 wurde RIAS Hessen eine Vielzahl der Vorfälle an Bildungseinrichtungen bekannt (190 – Anstieg von 178). Deutlich am Bericht zu erkennen ist, wie antisemitisch geführte antiisraelische Diskurse zu konkreten Erscheinungsformen führen – insbesondere an Hochschulen, wo über 80 % der Vorfälle einen Bezug zu Israel aufwiesen.
Zum Jahresbericht von RIAS Hessen erklärt das Team von OFEK Hessen: »Die neuen Zahlen von RIAS Hessen stehen im engen Zusammenhang mit den hohen Beratungszahlen und Beratungsbedarfen bei OFEK Hessen. Dies verweist darauf, dass Antisemitismus in Hessen für viele Jüdinnen:Juden Teil des Alltags ist. Die anhaltende Zunahme antisemitischer Vorfälle zeigt zudem eine tiefgreifende Verschärfung der Situation seit dem 7. Oktober 2023. OFEK Hessen berät und begleitet Betroffene antisemitischer Vorfälle und Straftaten bei der Durchsetzung ihrer Rechte und bietet auch Institutionen fachliche Beratung an. Es braucht klare gesellschaftliche Haltung, konsequentes institutionelles Handeln und besseren Schutz für Betroffene – insbesondere in Bildungseinrichtungen, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum.«

