was bieten wir an?


Das psychologische Team von OFEK stellt professionelle Unterstützung nach Bedarf. Nach dem Kriegsausbruch in Israel trat das psychologische Team in Alarmbereitschaft. Die antisemitischen Vorfälle hierzulande überschlagen sich und rufen Belastung hervor. Viele von uns haben in Israel Familienangehörige oder Bekannte, die von den Terrorangriffen betroffen sind. Viele in der Community machen sich auch Sorgen um ihre Sicherheit hier. Anfragen für psychologischen Support nehmen wir per E-Mail oder telefonisch über unsere Hotline entgegen.

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Empowerment-Bereich   

Empowerment versteht OFEK als politische Praxis, die Antisemitismus historisch und gesellschaftlich einordnet und Räume schafft, in denen jüdische Erfahrungen bearbeitet, kontextualisiert und kollektiv reflektiert werden können. Ausgangspunkt ist das Erzählen und Zuhören, Benennen und Reflektieren von erfahrenem Unrecht sowie die Einordnung von Antisemitismus als historisch gewachsenes und bis in die Gegenwart wirksames Macht- und Gewaltverhältnis. 

In den von OFEK angeleiteten Empowerment-Räumen reflektieren jüdische Menschen und Menschen mit jüdischer Familiengeschichte ihre Erfahrungen und entwickeln eine eigene Sprache für das Erlebte. Diese Räume fungieren im Idealfall als Orte der Korrektur, in denen Marginalisierung sichtbar wird und als stärkender Prozess der Wiederherstellung individueller wie kollektiver Handlungsmacht erfahrbar ist.  

Empowerment wird bei OFEK als offener, prozesshafter Ansatz verstanden, der sich an unterschiedlichen Lebensrealitäten, Fragen und Bedürfnissen der jüdischen Community orientiert. Die Formate fördern Vernetzung, gegenseitige Bestärkung, den Ausbau individueller wie kollektiver Handlungsmacht ebenso wie Momente für Ruhe, Kreativität, Ausprobieren und Innehalten. 

Vor dem Hintergrund struktureller Diskriminierung und anhaltender Bedrohungen können thematische Schwerpunkte vorgeschlagen, situativ angepasst und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Derzeit gibt es Angebote für jüdische Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen, Studierende, Eltern und Jugendliche.  


Beispiele für Empowerment-Formate 

Antisemitismus wirkt auf jüdische Menschen in vielfältiger Weise, zugleich fehlen häufig Räume, in denen Erfahrungen geteilt werden können, ohne dass sie infrage gestellt, relativiert oder delegitimiert werden. Safer Spaces sind geschützte Räume (on- oder offline), in denen antisemitische Erfahrungen geteilt, gehört und gemeinsam eingeordnet werden. Ziel ist die Stärkung individueller und kollektiver Ressourcen. Jeweils eine beratende und eine psychologische Fachperson aus dem OFEK-Team begleiten den Raum und ermöglichen einen sicheren, resonanten Austausch. Inhalte entstehen aus den Themen, die Teilnehmende einbringen. 


Safer Spaces für spezifische Gruppen 

Safer Spaces können für unterschiedliche Gruppen spezifisch gestaltet werden, orientiert an jeweiligen Bedarfen, professionellen Kontexten und Lebensrealitäten, etwa für: 

Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen 

Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen mit jüdischen Biografien befinden sich in einer Doppelrolle: Einerseits sind sie Teil der Versorgungslandschaft für Menschen mit psychischen Belastungen, andererseits selbst Mitglieder der betroffenen Community. Die Safer Spaces eröffnen einen Raum für kollegialen Austausch, Vernetzung und fachliche Selbstverortung, in dem Bedarfe und Unterstützungsmöglichkeiten sichtbar werden. Angestrebt wird der Aufbau eines Zusammenschlusses, der tragfähige Kooperationen, regelmäßigen kollegialen Austausch sowie eigene Entlastung zu ermöglichen. 

Die Veranstaltungsreihe findet im Rahmen des Projekts SUPPORT statt. Das Projekt wird vom Bundesministerium des Inneren aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. SUPPORT wurde im Oktober 2024 mit einem Fachtag eröffnet.

für Studierende 

Seit dem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 haben antisemitische Aktionen und Diskurse an deutschen Hochschulen stark zugenommen. Öffentliche Vorfälle und die sich häufenden Berichte von Betroffenen verweisen auf vielfältige Manifestationen von Antisemitismus an Hochschulen und auf die akute Gefährdungslage, der viele jüdische Studierende ausgesetzt sind. Der moderierte Austauschraum soll für jüdische Menschen und Menschen mit jüdischer Familiengeschichte, Raum zum Atmen, Fühlen und Denken eröffnen. Im Mittelpunkt stehen Austausch, gegenseitige Wahrnehmung sowie das gemeinsame Erkunden aktuell hilfreicher Handlungsoptionen und Unterstützungsbedarfe.  


Workshops und Gruppenformate:  

Mit unterschiedlichen Methoden – darunter theoretische Inputs, angeleiteter Austausch, Selbstreflexion sowie kreative, körper- und bewegungsorientierte Ansätze – werden Erfahrungen geteilt, reflektiert und kontextualisiert. Dabei entstehen individuelle und kollektive Handlungsstrategien im Umgang mit Antisemitismus, die Verbundenheit und Selbstwirksamkeit stärken. Zentral ist, dass die Formate von Personen begleitet werden, die selbst von den jeweiligen strukturellen Gewaltverhältnissen betroffen sind, da dies Vertrauen, Nähe und praktische Relevanz ermöglicht. Empowerment-Workshops können bedarfsorientiert zu unterschiedlichen Themen, für verschiedene Lebensrealitäten und Altersgruppen angeboten werden. 


Beispiele vergangener Angebote  

GOLEM GATHERINGS – Jewish Flinta* Retreat – Community, Empowerment, Creativity 
Im Rahmen eines Wochenend-Retreats wurden Teilnehmende eingeladen, zusammenzukommen, Ressourcen zu stärken und Möglichkeiten der Erholung zu finden. Der Golem, eine Figur, die für Widerständigkeit, Kreativität und Spiritualität steht, begleitete den gemeinsamen Prozess. 
Mit kreativen und körperorientierten Methoden wurde der Golem in seinen unterschiedlichen Dimensionen erkundet: der Geschlechtslosigkeit, feministischen Resilienz sowie der Unvollkommenheit als Gegenentwurf zu kapitalistischen Logiken permanenter Selbstoptimierung. 
Seit dem 7. Oktober 2023 befindet sich die jüdische Community in Deutschland vielfach an einer Belastungsgrenze. Gleichzeitig sind Orte entstanden, die Schutz, Solidarität und gegenseitige Unterstützung ermöglichen. GOLEM Gatherings knüpft an diese Orte an und erweitert sie um einen Raum für Begegnung, Kreativität und Stärkung. 

Formate für Eltern   
Der 7. Oktober 2023 und seine Folgen stellen weiterhin eine erhebliche Belastung für viele jüdische Familien dar. Zugleich stehen Eltern erneut vor der Frage, wie Kinder und Jugendliche in einem von Gewalt, Bedrohung und Verunsicherung geprägten Kontext begleitet werden können.
Das Sprechen mit Kindern über Gewalt, die sie existenziell betrifft, ist auch jenseits aktueller Kriege eine Herausforderung und steht im Zusammenhang mit den Langzeitfolgen der Shoah. Der Safer Space für Eltern eröffnet einen Rahmen, in dem Fragen, Sorgen und Erfahrungen gehört, geteilt und gemeinsam reflektiert werden können. 

Empowerment Workshop für Kinder und Jugendliche: Golem reloaded – bau dir deinen eigenen Superhelden aus Lego  
Kennst du schon den Golem – den ersten jüdischen Superhelden? 
In diesem Workshop setzen sich Kinder und Jugendliche spielerisch mit der Figur des Golems auseinander: mit seiner Entstehung, seinen Fähigkeiten und seinen Widersprüchen. 
Durch kreatives Bauen mit Lego entsteht ein eigener Golem, der stark, wild, lustig oder ganz anders sein kann. Im Mittelpunkt steht die Erfahrung von Selbstgestaltung, Kreativität und individueller Ausdruckskraft. 

MAIL empowerment[at]ofek-beratung.de


Seit dem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober vergangenen Jahres nehmen die Angriffe auf jüdische Einrichtungen und Einzelpersonen stetig zu. In diesem Zusammenhang entstehen Fragen von Schutz und Sicherheit, aber auch von Krisenmanagement und psychosozialer Unterstützung. Die Gefahr potenzieller Übergriffe oder gar Anschläge verdeutlicht die Notwendigkeit, den Bereich der Krisenintervention weiterzuentwickeln und jüdischen Schulen, Kindertageseinrichtungen, Museen, Gemeinden sowie anderen jüdischen oder als jüdisch wahrgenommenen Organisationen Krisenangebote wie Fachsupervision, psychologische Beratung, Fachberatung bei Vorfällen, Empowerments- und Schulungsangebote anzubieten. Gemeindevorstände, Schulleitungen, Fach- und Führungskräfte aus hiesigen jüdischen Institutionen können sich jederzeit an uns wenden und Beratung anfragen. 

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Interventionsmanagement bei antisemitischen Vorfällen  

Für lange Zeit hinweg galt Antisemitismus als überwunden. Insbesondere im Bildungswesen stellt Antisemitismus eine strukturelle Herausforderung dar. OFEK bietet Fachberatung und Bildungsformate auf Anfrage zum Umgang mit antisemitischen Vorfällen in Bildungseinrichtungen. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Fach- und Führungskräfte, die ihre Wahrnehmung von und den Umgang mit Antisemitismus reflektieren und institutionell ausbauen wollen. Fragen, Bedarfe und Arbeitsformen werden in den Blick genommen und praktische Interventionsstrategien anhand konkreter Fallarbeit aufgezeigt. Dabei stehen Erfahrungen und Perspektiven von Betroffenen sowie erprobte Beratungsansätze im Fokus der Maßnahmen. Anfragen zu Bildungs- und Beratungsformaten empfangen wir per E-Mail. 

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Antisemitismus in Therapie und Beratung  

Antisemitismus in Beratung und Therapie ist ein Thema, das noch nicht umfassend erforscht und diskutiert wird. Auch die Rolle der antisemitismuskritischen Therapie und Beratung ist selten Gegenstand fachlicher und politischer Debatte. OFEK bietet Bildungs- und Beratungsformate zu der Entwicklung und Implementierung der Antisemitismuskritik in der psychologischen, beraterischen und therapeutischen Praxis. Dabei stehen die transgenerationalen Folgewirkungen der Shoah und des  Antisemitismus wie auch der Umgang mit Vorfällen in beraterischen und therapeutischen Settings besonders im Fokus.   Anfragen zu Bildungs- und Beratungsformaten empfangen wir unter per E-Mail. 

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Schutzkonzepte für Schulen und Hochschulen  

Spätestens seit dem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober vergangenen Jahres haben die antisemitischen Aktionen an deutschen Hochschulen stark zugenommen. Öffentliche Vorfälle und die sich häufenden Berichte von Betroffenen verweisen auf vielfältige Manifestationen von Antisemitismus an Schulen und Hochschulen und die akute Gefährdungslage, der jüdische Schüler:innen und jüdische Studierende, aber auch jüdische Mitarbeitende ausgesetzt sind. Erste Bestandsaufnahmen und Fallanalysen verweisen auf die Notwendigkeit akuter Intervention bei antisemitischen Vorfällen und offenbaren den Bedarf an der längerfristigen Entwicklung von antisemitismuskritischen Awareness- und Schutzkonzepten.  OFEK bietet Schulen und Hochschulen, aber auch anderen Institutionen wie Museen, Kunst- und Kultureinrichtungen die Möglichkeit an, intersektionale Konzepte zu entwickeln und strukturbildende Maßnahmen zu ergreifen.  Lehrkräfte, Hochschulleitung, Studierende, Schüler:innen und Eltern, Fach- und Führungskräfte können sich jederzeit an uns wenden und Beratung anfragen. 

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Sonstige Formate auf Anfrage  

Wir bieten Vorträge, Workshops, Empowerment-Formate, Prozessmoderation, Supervision und kollegiale Fallberatung auf Anfrage. Im Fokus stehen u.a.

  • Umgang mit antisemitischen Vorfällen in Institutionen
  • Fragen und Themen rund um Antisemitismus
  • antisemitismuskritische Beratung
  • Wirkung antisemitischer Gewalt auf Betroffene,
  • psychosoziale Unterstützung bei Gewalt
  • transgenerationales Trauma der Shoah

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